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Sven Bach

fränkischer Mundartdichter und Mundartliedersänger


"A Frank' bleibt a Frank"

Der Postbot'

 „Die Post", su spricht as Bärbala,
zur Freindi', der Corinna,
"soucht Postbot'n  zum Briefaustroong,
stäiht in der Zeitung drinna!"

"Allmächt", schreit die Corinna dou,
"hob für den Hinweis Dank,
ba mir dou staiht seit gestern Fräih
nu aaner drin im Schrank!"

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"Kranklach´n is´ g´sund !"

Kirchliche Taktik

 „Allmächd, Herr Pfarrer“, sachd der Fritz,
 „ich mouß an Roat mir hull´n!
Mir homs doch gestern einfach suu
mei´ schäin´s, nei´s Foahrroad g´stull´n!“

Der Pfarrer maand, „des homm mir glei´,
dou brauchsd goar ned lang schaua.
Am Sunntooch werd´ ich in mei´ Predicht
des Thema mit ei´baua!

Wall af die 10 Gebote, dou
gäih ich besonders ei´
und Du, Du hocksd Dich in die Bänk
und dousd aafmerksam sei´,

wer si´ bam Siebd´n schließli´ nou
drin in der G´ma ro´duckd,
odder halt ba ´Du sollsd ned st´ll´n´,
a ganz klaans bissla zuckd!“

Am Sunntooch nach der Predicht nou,
dou frächd der Pfarrer glei´:
„Sooch, doud etz unser Schdradegie
erfolgreich g´wes´n sei´?“

 „Ach Gott, Herr Pfarrer“, maand der Fritz
„däi Woar is´ a weng bläid!
Bam Ehebruchsgebot is´ mir
eig´fall´n, wou´s Foahrroad stäiht!

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"Lauter goude Woar!"neu10.gif (969 Byte)

Die Diagnose

A Fraa fährt ba der Werkstatt vur,
„ihr Woog´n,“ sachds, „kummerd ned af Tour,
er wär halt aa scho´ a weng alt,
a neie Kupplung brauchd er halt!“

Der Master schaut den Woog´n lang o´,
nou sachd er: „Fraa, des siich i´ scho´,
Ihr Wog´n der zäichd ned und doud raung,
der doud ka neie Kupplung braung,

su leid´s mer doud, louns Ihner soong,
Ihr Kupplung brauchd an neia Woong!“

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"Weihnacht auf Fränkisch"La

Einleitung

„Schäfer“, hom die Kinder bett´lt,
„Du bist doch a g´scheiter Mo´.
Es gibt kann ba uns im Dörfla,
der su schäine G´schicht´n ko´!

Sooch, Du waßt doch alles besser,
wäi des seinerzeit is´ g´ween,
mit Maria und dem Josef.
Sooch, wos is´ denn doamoal´s g´schehng?“

Und der Schäfer stopft sei´ Pfeif´n,
sachd nou drauf: „Mit Gottes Will´n,
werd´ ich etz Eich kloar und deitli´
nu ammol däi G´schicht derz´lln!

Ich will´s soong mit uns´re Worte,
net wäi´s in der Bieb´l stäiht.
Wall des sunsd neemli ned richti
nei, in Eire Hulzköpf gäiht.

Also, setzt Eich hie und horchd schäi,
wos der Schäfer Eich derz´llt,
wall däi G´schicht g´wieß zu die schännsd´n
vo´ der ganz´n Menschheit z´llt!“

Einstens houd der Kaiser August
festg´schdelld bam Konzilium:
„Eier Dummheit, ihr Minister,
bringt mi´ eines Tooch´s nu um.

Kanner waß vo´ Eich toatsächli´
wäiv´ll Leit´ im Land dou leeb´m,
und wall des a Sauerei is´,
fang´ mer o´, und z´lln mer´s eem!“

Also is´ a Brief nausg´wandert,
bis naus in die letzte G´maa.
Die Maria und der Josef,
däi zwaa kräing des Rundschreib´m aa!

„Jeder mouß etz glei´ douhie gäih“,
houd mer in dem Amtsbrief g´schrieb´m,
„wou er herkummt und nu weiter,
wou er is´ bis etzerd blieb´m!

Wall, as Volk mouß etzerd z´llt werd´n,
eher gibt der Staat kan Rouh,
der will etzerd endli´ wiss´n,
wäiv´ll Leit´ denn leeb´m nu dou!“

Des woar für den Josef bitter,
denn er woar a Zimmermo´,
fort soll er und houd kan Mensch´n,
der wou nern vertret´n ko´!

 „Ja, wos mach´ mer denn, Maria“,
houd er zu sein Weibla g´sachd,
„der August, der houd uns dou etzerd
in an schäin Schlamass´l bracht!“

 „Josef“, sachd dou die Maria,
„folng mäin mer, wos woll´n mern dou.
Wer dou drob´m hockd, houd as O´geem

und aa nu die Macht derzou!“

 „In Dein´ Zustand etz nu wandern
und nu bis nach Bethlehem“,
sachd der Josef, „des wärd´, maan ich,
a schäin´s Durchernander geb´m!“

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"Die Geschichten vom kleinen Ritterchen"

Das kleine Ritterchen und die Räuber 

Es war einst auf einer kleinen und sehr liebenswerten Burg. Ihr Name war Neideck und heute steht dort nur noch eine alte verfallene Ruine. Dort im Wiesenttal in der fränkischen Schweiz lebte einst eine Ritterfamilie. Papa Ritter, Mama Ritter, der kleine Rittersohn, den sie alle nur Ritterchen nannten und dessen noch kleinere Schwester Britta! Wahrscheinlich hieß sie Britta weil der Name fast wie „Ritter“ klingt. Sie hatten dort in Neideck ein schönes Leben. Viel hatten sie zwar nicht. Sehr wenig Land und nicht mal einen Acker auf dem sie Kartoffeln anbauen konnten. Aber trotzdem machten sie sich das Leben so schön wie möglich. Spannend war es zumindest und auch immer sehr lustig. Dazu konnte das kleine Ritterchen mit Britta spielen oder einfach so alleine durch den Wald und die Felder spazieren und viele tolle Sachen entdecken. Eines Tages entdeckte das kleine Ritterchen Fußspuren im von der Nacht noch feuchten Waldboden. Frische Fußspuren! Wenn er sie richtig deutete, dann waren diese bestimmt von 3 Erwachsenen und der Tierabdruck dürfte von einem Esel gewesen sein. Wahrscheinlich war der Esel schwer beladen und musste ganz schön schleppen, denn seine Hufabdrücke waren ganz tief in den Boden eingedrückt. Was könnten diese Leute hier wollen? Das kleine Ritterchen hatte jetzt direkt ein bisschen Angst und wollte deshalb grad zur Burg zurückrennen, da hörte er aus der Ferne ein paar Stimmen. Jetzt wurde er doch neugierig und die Neugier in ihm war immer viel Stärker als die Angst. Langsam und ganz vorsichtig schlich er in die Richtung aus der er die Stimmen gehört hatte. Oh, was musste er da sehen. In einer Waldsenke saßen zwei Männer, eine Frau und ein dick bepackter Esel. Sie waren gerade dabei, den Esel von seiner Last zu befreien und die ganzen Sachen auszupacken, die in Tüchern und Decken um den Esel gebunden waren. Goldene Krüge und Teller kamen da zum Vorschein, Silbermünzen, Lebensmittel wie Mehl, Rüben, Kartoffeln und sogar ein Schwert hatten sie dabei. So ein schönes Schwert hatte das kleine Ritterchen in seinem ganzen Leben noch nicht gesehen. Es war ungefähr einen Meter lang und der Griff war so schön verziert, dass man fast meinen konnte, man hatte einen geschwungenen silbernen Zweig mit Blättern und Ranken in der Hand. Dazu waren am Griff ein roter und vier blaue Steine angebracht. Irgendwo hatte das kleine Ritterchen das schon mal gesehen.

´Ein roter Stein in der Mitte und vier blaue Steine um ihn rum´, dachte sich der Kleine. ´Ein roter Stein in der Mitte und vier blaue Steine um ihn rum´, ´ein roter Stein in der Mitte und vier blaue Steine um ihn rum´, .....jetzt hab ich´s! Oh, das hätte er jetzt fast vor Begeisterung rausgerufen. Gut, dass er sich schnell mit der Hand auf den Mund fasste. ´Ein roter Stein in der Mitte und vier blaue Steine um ihn rum´, das ist doch das Wappen vom Großen Oberritter und Landgrafen von Frankonien! Das sind ganz bestimmt ein paar Banditen und die haben ihm das Schwert und die ganzen anderen Dinge geklaut. ´Da muss ich was unternehmen´, dachte sich das kleine Ritterchen. Er überlegte ein bisschen und schon hatte er eine Idee. Neulich hatte er doch mit seinem Vater zusammen eine Bärenfalle ausgegraben und sie so getarnt, dass man sie nicht erkennen konnte. Er wusste genau wo sie war und auch wie groß sie war. Mit einem großen Anlauf konnte er sogar drüberspringen. Nur reinfallen dürfte er nicht. Die Falle war nämlich ganz schön tief. Bestimmt dreimal so tief wie er groß war. Da käme er nie mehr raus. .....aber die Räuber auch nicht.....

Von sicherer Entfernung aus schlich sich das kleine Ritterchen an die Räuber heran. Dann setzte er seinen Plan in die Tat um. „Hab ich euch erwischt,“ schrie er. Die zwei Männer und die Frau schreckten zuerst ein wenig zusammen. Danach erblickten sie das Ritterchen und sahen, dass er alleine war und zudem auch noch ein Kind. „Den greifen wir uns“, schrie´ einer von ihnen und schon rannten sie alle drei auf das kleine Ritterchen zu. Der ergriff aber die Flucht und versuchte ihnen davon zu rennen. Grad so, dass sie ihn nicht erwischen konnten, er aber auch nicht zu weit weg war und sie die Verfolgung vielleicht abbrechen könnten. Dann kam die große Stunde vom kleinen Ritterchen. Er konnte die Bärenfalle, von der die Räuber natürlich nichts ahnten, schon sehen. Flugs rannte er dort hin und sprang mit einem großen Satz darüber hinweg. Die drei Diebe, die ihm schon ganz schön nahe gekommen waren, konnten sich auf den plötzlichen Sprung vom kleinen Ritterchen natürlich keinen Reim machen und rannten einfach weiter. Als sie alle drei dann auf der mit Laub bedeckten Falle waren brach diese unter der Last ihres Gewichts ein und wie ein gefangener Bär saßen die Räuber in der Falle. Sie hatten überhaupt keine Möglichkeit wieder aus der Falle rauszukommen. Was dazu noch richtig lustig war ist, dass es in den letzten Nächten ja regnete und unten in der Falle eine richtige Schlammpfütze war in der sie nun alle Drei lagen und fluchten.

Schnell wie der Wind rannte unser kleiner Freund nach Hause zur Burg Neideck. Er erzählte seinen Eltern die ganze Geschichte. Allerdings musste er damit bestimmt fünfmal anfangen, weil er so aufgeregt war und beim Erzählen immer die Hälfte vergaß oder so undeutlich und schnell redete, dass ihn teilweise kein Mensch verstand. Seine Eltern suchten ein paar Stricke zusammen und dann marschierten sie gemeinsam zur Bärenfalle. Als sie die Räuber aus der Falle gezogen hatten brachten sie sie zum großen Oberritter und Landgrafen von Frankonien! Die Beute der Räuber und den Esel nahmen sie natürlich auch gleich mit. Oh, war das eine Freude und das kleine Ritterchen war mächtig stolz als die ganzen anderen Ritter ihn beim Oberritter und Landgrafen auf die Schulter klopften. Sie fragen ihn, ob er auch mal ein großer Ritter werden wollte und er sagte, ....nein er schrie natürlich begeistert: „Jaaaaa!“

Zur Belohnung schenkte der Landgraf von Frankonien dem kleinen Ritterchen und seinen Eltern ein Stück Land unterhalb der Burg Neideck. „Juhuuu, jetzt hab ich mein eigenes Land“, rief das kleine Ritterchen und wir können auch Kartoffeln und anderes Gemüse anbauen! Da waren natürlich seine Eltern und auch seine kleine Schwester Britta mächtig stolz auf ihn. Als sie wieder zu Hause waren wollte das kleine Ritterchen aber nicht mehr feiern, sondern nur noch ins Bett. Es war ja auch ein sehr anstrengender Tag gewesen. Er freute sich aber auch schon auf den nächsten Tag und war sehr gespannt, was er dann wieder alles erleben würde. Doch, bevor ein neuer Tag kam hießt es halt erst mal „Schlafen“! Auch für kleine Ritter! 

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